Winterliches Suppenglück N° 2: Feurige Rote-Bete-Suppe

Ein Schreckgespenst meiner Kindheit: rote Bete, sauer eingelegt, mit Eiern in Senfsoße. Das schlimmste Kindergartenessen, mit dem man kleine Feinschmecker, oder zumindest mich, vergraulen konnte. Viele Jahre habe ich einen großen Bogen um diese rote, säuerliche und vorgekochte Salatbeilage gemacht. Dann musste ich mir plötzlich doch eingestehen: es gibt sie, die Liebe auf den zweiten Blick. Und sie ist nicht weniger innig.

Rezept Rote Bete Zitronenbaiser Foodblog Suppenglück



Dass sich meine Einstellung zur roten Bete um 180° gewendet hat, verdanke ich einer großartigen Mitbewohnerin und einer feinen Suppe. Diese Suppe ist eine ganz wunderbare Ode an das vielfältige Wintergemüse, das ich heute nicht mehr missen möchte. Sie hat mich bekehrt und mir gezeigt, dass die Bete auch anders kann. Fruchtig! Feurig! Fantastisch lecker! Wie dankbar bin ich, dass ich nach anfänglichem Sträuben doch noch die Suppe probiert habe. Mittlerweile koche ich sie in leichter Variation jeden Winter, denn was gibt es Besseres und Farbenfroheres, um den grauen Wintertagen ein Schnippchen zu schlagen?!

Für das Rote-Bete-Suppenglück (für 3-4 Portionen) benötigt ihr:

ca. 4 mittelgroße rote Beten
Olivenöl
1 Zwiebel
4 Möhren (oder mehr, ganz wie euch beliebt)
1 rote Peperoni (alternativ: eine winzige, getrocknete Chili, aber Achtung! Die haben es in sich!)
2 Zweige Thymian
2 Zweige Rosmarin
1 Lorbeerblatt
ca. 500 ml Wasser
1 Becher Sahne
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
ggf. etwas Saft von einer Bio-Zitrone

Und so geht's:

1) Die Beten in reichlich Salzwasser ca. 45-60 Minuten (je nach Größe) gar kochen. (Das mache ich meistens am Vortag.)

2) In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Möhren ggf. schälen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote entkernen und in feine Streifen schneiden bzw. die getrocknete Chili fein schneiden.

2) Die Kräuter waschen und die Blättchen von den Stielen zupfen.

3) Die Beten schälen und würfeln. Das macht ihr am besten mit Einmal-Handschuhen, es sei denn, ihr liebt es eure Finger mit einem fantastischen Rot zu färben.

4) In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen, die Zwiebel dazugeben und andünsten. Im Anschluss die Betestücke, die Möhrenstücke, die Chili und die Kräuter sowie das Lorbeerblatt hinzugeben, kurz mitdünsten und dann mit ca. 500 ml Wasser ablöschen. Das Ganze ca. 20 Minuten gar kochen, bis die Möhren weich sind.

5) Das Lorbeerblatt entfernen und die Suppe fein pürieren. Die Sahne dazugeben, mit Salz und Pfeffer und eventuell ein paar Spritzern Zitronensaft abschmecken.

Die Suppe könnt ihr mit etwas Crème fraîche und ein paar lecker knusprigen Croutons servieren.


Welches Gemüse ist euer Schreckgespenst? Oder, wie Fee es nennt, euer Gemüsefeind? ;)

Ich wünsche euch eine wunderbare, schneeflockenreiche Woche
und
Bon appétit!

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